Ein Fotoessay
Lunas erstes Jahr
Zehn Wochen alt, ein rotes Halsband und Pfoten, viel zu groß für den Rest von ihr. Unser erstes Jahr mit Luna, von dem Tag an, an dem sie zu uns kam.
Drei Jahre lang hatten wir davon geredet, einen Hund zu haben. Dann fuhren wir an einem Samstag im August nach Hause, auf dem Rücksitz ein schlafender Golden-Retriever-Welpe, eingewickelt in ein altes Handtuch, das noch nach ihrer Mutter roch. Wir haben in diesem Jahr viel zu viele Fotos gemacht. Das hier sind die, die wir uns immer wieder ansehen.
Kapitel I
Willkommen zu Hause
“Das rote Halsband war das Erste, was wir für sie gekauft haben. Selbst im engsten Loch rutschte es ihr noch um den Hals.”
Ein Tennisball, größer als ihr Maul, und eine Nase, die überall zuerst drin war.
“Ihre erste Bekanntschaft in unserer Straße, ein Spanischer Wasserhund, doppelt so groß wie sie. Eine Minute Schnuppern, dann setzte sie sich auf meinen Fuß und wollte nicht mehr weg.”
Niemand hat uns gewarnt, wie klein sie sein würde. Und niemand hat uns gewarnt, wie schnell das vorbei ist.
Kapitel II
Der Garten im Herbst
“Im September hatte sie den Garten durchschaut: welche Ecke die Sonne abbekommt, wo die Katze der Nachbarn über den Zaun kommt und wer von uns beiden zuerst nachgibt.”
Jeder Spaziergang endete mit einem Stock. Jeder Stock war zu lang für das Gartentor, und sie versuchte trotzdem jedes Mal, ihn hindurchzutragen.
“An Regentagen saß sie am Fenster und kaute auf der Hand, die gerade am nächsten war. Meistens auf meiner.”
Im November war sie fast in ihre Ohren hineingewachsen.
Kapitel III
Der erste Schnee
Zunge raus, Ohren im Wind und ein Gesicht, als hätten wir ihr das schönste Geschenk der Welt gemacht.
“Eine Woche lang trug sie denselben Stock herum. Wir glauben, er liegt immer noch irgendwo da draußen unter dem Schnee.”
Kapitel IV
Als der Schnee schmolz
“Im April schmolz der Schnee und hinterließ einen platten, braunen Rasen. Ihr war das egal. Sie lag den ganzen Tag mit einem Stock darauf und wartete, dass er wieder grün wird.”
Im Frühling lernte sie apportieren. Oder zumindest, dem Ball hinterherzurennen. Das Zurückbringen kam später.
Kapitel V
Ihr erster Sommer
“Sommerabende im Garten: hell bis elf Uhr nachts und ein Ball, der nie lange liegen blieb.”
Das Seilspielzeug wurde angekaut, gewaschen und wieder angekaut. Wegwerfen darf es niemand.
“An manchen Nachmittagen lag sie einfach da, das Kinn im Gras. Wir auch.”
Vor einem Jahr passte sie auf einen Schoß. Jetzt nimmt sie das ganze Sofa ein und hält sich immer noch für einen Schoßhund.
Immer noch unser Welpe
Genau ein Jahr, nachdem sie zu uns kam, legte sie sich auf denselben Fleck Rasen wie an ihrem ersten Morgen. Der Fußball aus dem Mai hat den Sommer nicht überlebt. Das rote Halsband schon, und es sitzt jetzt im weitesten Loch. Sie ist viermal so groß und doppelt so schnell wie wir, und manche Nächte schläft sie immer noch unter dem Sofa.